• Stadler setzt beim Wasserstoffzug FLIRT H2 auf unsere bewährte Technologie

Stadler hat den elektrischen FLIRT H2 Wasserstoffzug als emissionsfreie Alternative zu Dieselfahrzeugen auf nicht elektrifizierten Strecken entwickelt. Die San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) kann dadurch in Zukunft das bestehende Streckennetz mühelos umrüsten und auf emissionsfreien Betrieb umstellen. Ein wesentliches Element dieser Erfolgsgeschichte: unsere zukunftssichere, langlebige und einfach integrierbare Selectron-Plattform.

Die Herausforderung

Der nordamerikanische Bahnverkehr ist grösstenteils dieselbetrieben und nur knapp ein Prozent des Bahnnetzwerks ist elektrifiziert. Der Wunsch und die Forderung der Politik nach klimafreundlicheren Alternativen wachsen jedoch stetig. Zahlreiche US-Bundesstaaten planen die CO2-Emissionen des öffentlichen Nahverkehrs stark zu senken oder gar gänzlich zu eliminieren. Die Nachrüstung von Oberleitungen und Unterwerken erfordert jedoch grosse Investitionen und viel Zeit. Wie kann also möglichst zeitnah ein umweltfreundlicher Betrieb erreicht werden, ohne die bestehende Infrastruktur jahrzehntelang ausbauen zu müssen?

Die Eckdaten

  • Hersteller: Stadler Rail
  • Betreiber: San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA)
  • Land: USA
  • Fahrzeugkategorie: FLIRT H2 Wasserstoffzug
  • Projekttyp: Neuentwicklung
  • Inbetriebnahme: 2024 Weltrekord, 2025 regulärer Personenverkehr
  • Produkte von Selectron: SCPU 941-TW, Smartio I/O Module

Die Lösung

Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Stadler den Triebzug FLIRT H2 mit Wasserstoff-Brennstoffzellen entwickelt. Die wasserstoffbetriebene Zugtechnologie ermöglicht emissionsfreies elektrisches Fahren auf nicht elektrifizierten Strecken. Der erste FLIRT H 2 für SBCTA besteht aus zwei Endwagen und einem modularen «Powerpack» mit Brennstoffzellen und Wasserstofftanks in der Mitte. Die Brennstoffzellen wandeln den Wasserstoff in Strom um, der an eine Antriebsbatterie weitergeleitet wird. Die Batterie versorgt die Fahrzeugantriebe mit der benötigten Energie. Eine Konfiguration, die zudem die Energierückgewinnung beim Bremsen ermöglicht. Die Rekordfahrt über 2’803 km ohne Auftanken belegt die systemische Effizienz und die Alltagstauglichkeit dieses zukunftsweisenden Transportmittels.

Bei dem Projekt FLIRT H2 war es für uns entscheidend, auf eine bewährte und flexibel integrierbare Lösung wie die von Selectron zurückgreifen zu können. Gerade bei einer neuen Antriebstechnologie wie Wasserstoff hilft uns eine solch ausgereifte und robuste technologische Basis, Entwicklungsrisiken zu reduzieren und innovative Fahrzeugkonzepte effizient umzusetzen.

Martin Ritter – President und CEO Stadler Nordamerika

Unser Beitrag

Ein wesentliches Erfolgselement dieser Neuentwicklung ist unsere zukunftssichere und einfach integrierbare Selectron-Plattform. Beim FLIRT H2 konnte Stadler ohne Weiteres auf unsere bewährten, generischen Steuerungslösungen zurückgreifen, ohne dafür eine neue, speziell für die Wasserstofftechnologie entwickelte Steuerung aufzubauen. Damit liess sich das Entwicklungsrisiko deutlich reduzieren.

Unsere Plattform ist in rund 500 Projekten und 10'000 Fahrzeugen von Stadler im Einsatz und wird seit über 20 Jahren erfolgreich in der Bahnindustrie eingesetzt und seither stetig weiterentwickelt. Ihre modulare Architektur erleichtert die Integration in unterschiedliche Fahrzeugkonzepte und ermöglicht eine effiziente Umsetzung neuer Anwendungen.

Gleichzeitig erfüllt die eingesetzte Technologie hohe Sicherheitsanforderungen und überzeugt durch ihre Langlebigkeit sowie ihre hohe Zuverlässigkeit im täglichen Betrieb. Damit bildet sie eine stabile und flexible Grundlage für innovative Fahrzeugkonzepte wie den Wasserstoffzug FLIRT H2 und unterstützt Betreiber dabei, neue Antriebstechnologien sicher und effizient auf die Schiene zu bringen.

Der Mehrwert

Durch diese zukunftsweisende Technologie hat San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) die Möglichkeit, das bestehende Streckennetz ohne grösseren Aufwand umzurüsten, weiter zu nutzen und trotzdem ihre Klimabilanz zu optimieren.

Ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird reduziert und es resultieren ein emissionsfreier Betrieb, hohe Reichweiten und langfristige Planbarkeit. Passagiere erleben in Wasserstoffzügen im Vergleich zu Dieselfahrzeugen eine moderne, leise, klimafreundliche und äusserst komfortable Reiseumgebung.

Für Stadler bot das Projekt den entscheidenden Vorteil, auf eine bewährte Steuerungstechnologie zurückgreifen zu können: Bestehende Konzepte und Softwarebausteine konnten weitgehend übernommen werden, wodurch der Engineering- und Programmieraufwand deutlich reduziert wurde.

Impressionen der FLIRT H2

Elektrisch fahren ohne Oberleitung: Wasserstofftechnologie macht es möglich.

Stadler setzte beim FLIRT H2 auf

bewährte Steuerungstechnik und reduzierte

so Entwicklungsaufwand und Risiko.